Musterberechnung als Bedarfsgemeinschaft 

Zeitansatz: 2 Minuten

Fotolia FragezeichenVorgabe:

Ein unverheiratetes Paar (beide 25 Jahre alt, sie hat einen 2-jährigen Sohn aus einer vorigen Beziehung), die sich seit 3 Monaten kennen, wollen zusammen ziehen. Sie hat kein Einkommen, er hat ein Einkommen von 2.000 € brutto. Mit wieviel Geld können sie insgesamt rechnen.

Auto im Wert von 7000 €, kein Vermögen.

Sie können bei seinem Bruder eine Einliegerwohnung beziehen. Die Miete für ihre 72 m² große Wohnung beträgt 500 €, die Nebenkosten 100 € und die Heizkosten 100 € - insgesamt also 700 €. 

Die Wohnung liegt im Main-Taunus-Kreis.

Frage:

Sie haben gehört, dass für drei Personen eine maximale Wohnfläche von 75 m² als angemessen angesehen wird. Ist der Umstand, dass die wohnung nur 72 m² hat, ein Hindernisgrund? Bekommen sie Unterstützung - wenn ja, welche und in welcher Höhe?

 

Vorgehensweise:

  • Sie starten GBSim - Standardeinstellung ist Merzig-Wadern-Kreis und 1 Person
  • Sie klicken am linken Seitenrand den grauen Button, in der sich öffnenden Maske wählen Sie als Bundesland Hessen aus, klicken auf Land bestätigen und wählen bei Ort für KdU Main-Taunus-Kreis aus - klicken Sie auf Ort übertragen. Danach schließen Sie die Eingabemaske.
    • Sie sehen auf der Tabelle Gehalt 1 den Eintrag Hessen - die Daten sind ordnungsgemäß übernommen worden. 
      Wenn der Main-Taunus-Kreis tatsächlich Ihr Standard-Ort ist, speichern Sie das Programm unter seinem eigentlichen Namen, künftig startet das Programm mit dieser Grundeinstellung.

Grundsätzliche Vorbetrachtung:

Da die beiden erst 3 Monate zusammen sind und kein gemeinsames Kind haben, sprechen diese beiden Fakten gegen das Bestehen einer Bedarfsgemeinschaft. Die wird in der Regel vermutet, wenn das Paar länger als 1 Jahr zusammen lebt, hier muss eventuell deutlich hinterfragt werden. Eine Verlobung bzw. gegenseitige Kontovollmacht würden eher dazu führen, eine Bedarfsgemeinschaft anzunehmen.

Das Paar entscheidet sich für die Variante: Bedarfsgemeinschaft

  • Sie öffnen die Eingabemaske und tragen bei erster und zweiter Person das Alter 25 ein.
  • Bei der ersten Person (Mann) geben Sie 2.000 € Bruttogehalt ein.
  • Da beide nicht verheiratet sind, lassen Sie die Grundtabelle eingestellt.
  • Sie klicken den Reiter Kind(er) an und geben das Kind mit 2 Jahren ein.
    • als angemessene Kosten der Unterkunft wird ein Betrag von 783 € angezeigt.
  • Klicken Sie auf den Reiter KdU und passen Sie die Werte an die Realität an (700 €) und klicken Sie auf auffrischen.
  • Sie sehen zwei Varianten - Wohngeld bzw. Sekundärgehalt
    • Wohngeld:
      1.371,23 € Nettogehalt
        194,00 € Kindergeld
        131,00 € Wohngeld
      1.696,23 € gesamt verfügbar
    • Sekundärgehalt (Hartz IV - ergänzende Leistung)
      1.371,23 € Nettogehalt
        194,00 € Kindergeld
        452,77 € Sekundärgehalt
      2.018,00 € gesamt verfügbar

Fotolia Buch

 

Antwort:

Wissen - Die Wohnung ist von der Größe her angemessen, von den Kosten her liegt sie im Rahmen der vom Jobcenter anerkannten Kosten.

GBSim/Wissen - Im Main-Taunus-Kreis wird für eine 75 m² große Wohnung üblicherweise ein Betrag von 783 € als angemessen angenommen. Wenn die Kosten an sich angemessen sind, spielt die Quadratmeterzahl letztendlich keine Rolle. Der absolute Betrag ist entscheidend, nicht der Quadratmeterpreis an sich. 

Wissen - Das alternativ ausgewiesene Wohngeld kann infrage kommen, der Verzicht auf rund 280 € scheint aber eher unwahrscheinlich.

Achten Sie bitte auf die nächste Variante dieser Berechnung!

   
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