Musterberechnung 

Zeitansatz: 1 Minute

Fotolia FragezeichenVorgabe:

Ein 42-jähriger Arbeitsuchender hat sein Arbeitslosengeld-1-Anspruch aufgebraucht.

Sein gebrauchtes Auto hat einen Wert von 3.300 €, auf seinem Sparkonto hat er 7.000 €.

Die Miete für seine 50 m² große Wohnung beträgt 280 €, die Nebenkosten 80 € und die Heizkosten 90 € - insgesamt also 450 €. 

Die Wohnung hat er seit 2 Jahren, sie liegt im Kreis Merzig-Wadern.

Er sieht eine Möglichkeit, einen Mini-Job mit 450 € zu bekommen.

Frage:

Bekommt er Unterstützung - wenn ja, welche und in welcher Höhe?

 

Vorgehensweise:

  1. Sie starten GBSim - Standardeinstellung ist Merzig-Wadern-Kreis und 1 Person
  2. A03Sie öffnen die Eingabemaske und tragen das Alter 42 ein
  3. Sie lesen die Ergebnisse ab
    1. Vermögensfreibetrag 7.050 €
    2. Kosten der Unterkunft 450 €
  4. Sie doppelklicken den Freibetrag 7.050 €
    1. Sie sehen auf der Tabelle Vermögen den zusätzlichen Freibetrag für Anschaffungen 750 €
  5. Geben Sie ein Einkommen von 450 € ein und lesen Sie ab:
    1. Nettoeinkommen beträgt 433,35 €
    2. das Jobcenter zahlt noch 595,65 € (höhere KdU)
    3. alternativ Wohngeld 256 € - wahlweise
    4. Gesamtverfügbar 1.029 €

Antwort:

Fotolia Buch

 

Wissen - Er darf in der Regel ein Auto im Wert von ca. 7.500 € besitzen, der Wert seines Autos liegt darunter

GBSim - Pro Lebensjahr darf er 150 € besitzen - bei 42 Jahren also 6.300 €. Darüber hinaus hat er noch einen Freibetrag für Anschaffungen in Höhe von 750 €, insgesamt also 7.050 € - sein Vermögen liegt unter der Obergrenze.

GBSim/Wissen - Im Kreis Merzig-Wadern wird für eine 50 m² große Wohnung üblicherweise ein Betrag von 389 € als angemessen angenommen. Da er die Wohnung schon einige Zeit bewohnt, kann er damit rechnen, die Kosten in vollem Umfang bezuschusst zu bekommen.

GBSim/Wissen - Bei Einkommen gibt es Abzugsbeträge nach § 11 b SGB II, der darüber hinaus gehende Betrag wird auf das ALG 2 angerechnet. Konkret bedeutet dies, dass von den 450 € 280 € angerechnet werden (ALG-2-Anspruch wird um diesen Betrag reduziert), der Mehrwert der Arbeit beträgt somit 170 €.

Wissen - Er muss damit rechnen, dass das zuständige Jobcenter ihn mit einer Kostensenkungsaufforderung dazu bewegt, eine kostengünstigere Wohnung zu suchen und ihm androhen, dass er nach 6 Monaten nur noch den ortsüblichen Satz beanspruchen kann.

Inwiefern diese Aufforderung letztendlich Konsequenzen haben wird, ist noch offen.

In jedem Fall sollte er umfangreich Daten über seine Bemühungen sammeln, wenn für ihn nachweisbar keine kostengünstigere Wohnung zu bekommen war, besteht die Chance, dass er die Kosten auch über die 6 Monate hinaus bezahlt bekommt.

Wissen - Das alternativ ausgewiesene Wohngeld kommt nicht infrage, da dadurch die Bedürftigkeit nicht gedeckt ist. In der Regel wird Wohngeld dann bejaht, wenn damit mindestens 80 % des Gesamtbedarfs gedeckt ist.

   
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