Definitiv nicht, und das wird sicherlich die nächste Zeit auch so bleiben

ajopenbcVorab: Für die Berechnung jedes denkbaren Falles benötigen Sie maximal 2 Minuten - Sie haben also genügend Zeit, fundiert zu beraten!

Der Begriff GBSim steht für Gehaltsberechnungs- und -simulationsmodell, bestehend aus dem GBSim-Modul (läuft unter Excel ab 2007) für die Funktionen drumherum und aus dem theoretischen Unterbau, den jeder Nutzer dieses Moduls haben sollte.

Das GBSim-Modul selbst verlangt genau genommen überhaupt kein Fachwissen

Sie geben ein und sehen das Ergebnis - das ist alles. Warum wir es trotzdem nur in geschulte Hände geben möchten, hängt schlicht und einfach damit zusammen, dass die Auswertungsergebnisse interpretiert und moderiert werden müssen.

Beispiel: Sie geben ein Bruttogehalt von 1.200 € ein, das Programm berechnet das Nettogehalt und stellt automatisch fest, dass Sie noch Anspruch auf eine Aufstockung haben - also nach dem SGB II Geldleistungen durch den Staat beanspruchen können.

Daraufhin stellen Sie einen Antrag und erfahren dabei, dass Sie zu vermögend sind und deshalb keinen Zuschuss beantragen können - der Frust auf das Programm wäre groß. Jedem Ihrer Freunde würden Sie erzählen, dass dieses Programm gar nichts kann und keiner würde sich mehr darauf verlassen. Natürlich könnten wir das umgehen - programmiertechnisch absolut problemlos - und alle erforderlichen Parameter einfach abfragen.

Nur so wenig Eingaben wie unbedingt nötig!

Das Programm ist entwickelt worden, um im Beratungsgespräch so ganz nebenbei für die Beratung wertvolle Ergebnisse zu bekommen. Und das klappt am besten dann, wenn die Daten dazu während des Gesprächs "erhoben" werden - auch optimiert für den Touchscreen.

Ohne Ihren Gesprächspartner aus den Augen zu verlieren, können Sie die im Gespräch erfahrenen Parameter eintippen, die wir systemseitig automatisch sinnvoll komplettieren: Sie können auf bundesweite Parameter für angemessene Kosten der Wohnung, Neben- und Heizkosten zurückgreifen. Somit entfällt in den meisten Fällen die Frage nach diesen Kosten (exakte Eingaben statt der Parameter sind auch möglich, in den meisten Fällen aber entbehrlich).

Im Gespräch erfahren Sie, dass es einen Partner/Partnerin gibt - Klick -, dass zwei Kinder von 3 und 7 da sind - Klick-Klick - Klick-Klick - das war´s, Ihre erste Berechnung ist vorläufig abgeschlossen.

Sie sehen sofort, wie viel Geld Ihre Kunden insgesamt vom Jobcenter bekommen (könnten), wie viel Kindergeld es gibt und wie viel Geld der Familie somit zur Verfügung steht.

"Nein, so viel ist es nicht!" oder "Nein, da haben wir aber mehr!" zeigen Ihnen an, dass Ihre Daten noch nicht komplett sind - zumindest auf diesen Einzelfall bezogen: zahlt das Jobcenter weniger aus, gibt es nur wenige plausible Gründe: Es kann an der Höhe der Miete liegen (sie wohnen kostengünstiger als im Ort üblich - z. B. bei den Eltern) oder es liegt Einkommen vor - das werden Sie jetzt im Gespräch erfahren.

Sie schauen auf der Eingabeseite direkt unter Parameter und sehen dort die vom System berechnete angemessene Miete. Sprechen Sie die Miete an.

Haben Sie hier Übereinstimmung, fragen Sie weiter nach dem Einkommen: "Arbeiten Sie beide?"

Das oder die Bruttogehälter eintippen - Aufstockung abfragen, bei Übereinkunft haben Sie alle Parameter richtig besetzt und können in Ihrem Gespräch weiter vorgehen.

Liegt das Ergebnis der Berechnung immer noch zu hoch, sollten Sie idealerweise den Bescheid einsehen - in den häufigsten Fällen zeigt sich dann, dass entweder die Miete an den Vermieter direkt überwiesen (abgetreten) wird, ein Darlehen beim Jobcenter besteht (Tilgung mit 10 %) oder eine Sanktion ausgesprochen wurde, manchmal aber auch nur, dass für Kind(er) Unterhalt bezogen wird - tragen Sie dies nach.

Bekommt Ihr Gesprächspartner mehr ausbezahlt, prüfen Sie ebenfalls zuerst die real gezahlte Miete - ist die wesentlich höher als vom Programm berechnet, wäre sie theoretisch unangemessen, es sei denn, ihr Gesprächspartner ist weniger als 6 Monate im Bezug bzw. die Prognose lautet, dass er in Kürze wieder aus dem Bezug heraus sein wird. In den ersten 6 Monaten des SGB-II-Bezugs wird grundsätzlich jede Miete in vollem Umfang übernommen; eine Aufforderung zur Kostensenkung greift meist erst danach.

Sie passen diesen Parameter manuell an - stimmt das Ergebnis jetzt, haben Sie Ihr Ziel erreicht.

Es stimmt immer noch nicht - vielleicht liegt es an den sogenannten Mehrbedarfen:

"Sie beziehen Ihr Warmwasser über einen elektrischen Boiler?" - Klick - der Wert stimmt. Wenn nicht, werden Sie sensibel weiter vorgehen (Schwangerschaft bzw. eine Krankheit mit dem Bedarf einer kostenaufwändigen Ernährung käme auch noch infrage). Wer jetzt als Kritikpunkt noch einwirft, dass es auch Mehrbedarf für Alleinerziehende gibt - ja, das ist richtig, aber vom Programm bereits berücksichtigt. Sie erinnern sich - wir fragten nach Partner/Partnerin und den Kindern...

Wir sind sicher, dass Sie jetzt verstehen, was wir mit der Erfordernis des "theoretischen Unterbaus" meinten - und den bekommen Sie selbstverständlich von uns.

Ihr Gesprächspartner liegt jetzt - finanziell gesehen - wie ein offenes Buch vor Ihnen. Sie sehen

  • seine Einkommenssituation
  • beide Nettogehälter
  • Kindergeld
  • eventuell Unterhalt
  • den Anspruch an Unterstützung nach dem SGB II

Parallel sehen Sie die gleiche Sicht

  • mit Wohngeld
  • und Kinderzuschlag

Wie wird Kinderzuschlag bzw. Wohngeld berechnet?

Schön, es zu wissen, aber nicht unbedingt nötig - Sie haben doch bereits alle Parameter eingegeben. Entweder es gibt einen Anspruch - dann ist die Höhe ausgewiesen - oder es gibt ihn nicht.

Kein Wohngeld gibt es rechnerisch, wenn Ihr Kunde zu viel verdient, aber real auch dann nicht, wenn er zu wenig verdient - das Programm zeigt Ihnen für diesen Fall eine Warnung.

Der Hintergrund: Wenn Ihr Gesprächspartner zu wenig Geld hat, könnte er eigentlich nur dann "überleben", wenn er in seinen Angaben geflunkert hat...

Keinen Kinderzuschlag - trotz Kinder - gibt es in der Regel dann, wenn Ihr Kunde zu viel oder zu wenig verdient.

Bei zu viel Verdienst braucht er keine Unterstützung, bei zu wenig Verdienst muss er weiterhin sein Geld über SGB II (Jobcenter) beziehen.

Jetzt geht die Arbeit mit dem GBSim-Modul richtig los!

Die bloße Mitteilung, dass zu viel oder zu wenig verdient wird, ist wenig hilfreich - die hätte Ihr Kunde auch durch das Stellen eines Antrags bekommen: Hier liefert der Antragsteller Fakten und bekommt ein faktisches Ergebnis - später kommen und die Angaben widerrufen, schafft Zweifel!

Mit dem "Was-wäre-wenn"-Element können Sie jetzt jede beliebige Situation errechnen - bezogen auf den Kinderzuschlag:

Wie viel Geld müsste Ihr Kunde tatsächlich brutto verdienen, um Kinderzuschlag zu bekommen?

Diese Frage stellt sich nicht, wenn Sie Tatsachen haben - wohl aber, wenn Sie diese beeinflussen können. Wenn Ihre Gesprächspartnerin signalisiert, dass sie - es sind halt meist die Frauen - gerne bei den Kindern zuhause bleiben will, kann das Modul auch berechnen, bei welchem Gehalt des Mannes mit Kinderzuschlag und Wohngeld dies erreicht werden kann.

Bekäme die Familie Kinderzuschlag, wenn sie von Dritten (Eltern) vielleicht eine minimale monatliche Zuwendung bekämen?

Lassen Sie über das "Was-wäre-wenn-Element" doch einfach mal die Höhe der erforderlichen Zuwendung berechnen, vielleicht kann man ja mit den Eltern reden.

Mehr verfügbares Einkommen durch Heirat?

Das Programm kann aber auch aufzeigen, dass bei niedrigem Einkommen die Heirat - einzig und allein zum Zwecke einer günstigeren steuerlichen Bewertung (Splittingtabelle) - kein Allheilmittel ist und dass das gewonnene Nettogehalt nur zu einer Kürzung der Aufstockung in gleicher Höhe führt.

Ob mit diesem Ergebnis beide Gesprächspartner glücklich werden, müssen sie selbst verantworten...

  1. Wie viel Einkommen benötige ich, um vom Jobcenter unabhängig zu sein?
  2. Was bewirkt eine Gehaltserhöhung, solange ich vom Jobcenter unterstützt werde?
  3. Wenn ich sowieso unterstützt werden muss, wie viele Stunden kann ich im Monat weniger arbeiten, um das gleiche Geld verfügbar zu haben?
  4. Was ist der Unterschied, ob ich oder mein(e) Partner/in zum Hauptverdienst noch etwas hinzverdienen?

Das alles (und noch viel mehr) ist nur einen Klick weit von Ihnen entfernt - Sie müssen nur noch die richtige Frage formulieren.

Ist das GBSim-Modul böse?

  1. Es ist richtig - negativ betrachtet könnten Sie Arbeitgeber unterweisen, bei welchem Gehalt sich eine Gehaltserhöhung nicht mehr rentiert, weil diese komplett mit reduzierter Aufstockung gegengewichtet wird und somit nicht beim Arbeitgeber ankommt.
  2. Sie könnten aber auch einen Arbeitgeber motivieren, statt eines 450-€-Minijobs eine 451-€-Gleitzonenbeschäftigung einzugehen, bei der der Arbeitgeber über 30,-- € spart, der Arbeitnehmer aber tatsächlich nichts verliert, weil er den nun fehlenden Betrag vom Jobcenter erstattet bekommt.
  3. Sie können einen Arbeitnehmer aufklären, dass er bei weniger Wochenstunden Arbeitszeit keinen Nachteil bei seinem Gesamteinkommen befürchten muss.
  4. Sie können natürlich auch eine alleinerziehende Mutter rechnerisch überzeugen, dass der Unterschied zwischen dem ihr "auferlegten" Vollzeitjob ("die Kinder können ja in der Kita bleiben") und ihrem aktuellen Teilzeitjob (mit genügend Zeit für die Kinder) nicht wirklich überlegenswert ist.

Böse oder nicht liegt hier im Auge des Betrachters: Nicht das Skalpell ist böse, sondern bestenfalls der Mensch, der das Skalpell in der Hand hat...

Wenn Sie Ihre Entscheidung nicht vom Geldbeutel abhängig machen, sondern einzig und allein das körperliche und emotionale Wohl Ihres Kunden im Auge haben, dürfen - nein müssen - Sie unseres Erachtens auch quer denken...

GBSim - Querdenken in Echtzeit, bevor Sie eine Vermutung äußern

Mit wenigen Klicks können Sie jede beliebige Situation analysieren, z. B. auch:

Was wäre, wenn der alleinverdienende Vater einen halben Tag in der Woche weniger arbeitet, um mit seinen Kindern etwas zu unternehmen, und dafür seine Frau in dieser Zeit genau so viel Geld hinzuverdient, wie der Mann jetzt brutto weniger hat.

Bevor Sie den Sinn dieser Frage suchen - während des Bezugs von Aufstockung bedeuten 100 € Einkommensverlust des Hauptverdieners bei einer Familie mit Kindern oberhalb von 1.500 € brutto keinerlei Veränderung in dem zur Verfügung stehenden Geld, zwischen 1.000 € und 1.500 € bedeuten 100 € Einkommensverlust einen Verzicht von 10,-- €.

100 € Zusatzverdienst des bisher nicht berufstätigen Partners bewirkt dagegen eine Verbesserung um genau diese 100 € (persönlicher Freibetrag).

Stellen Sie sich vor, der wertschätzende Arbeitgeber im obigen Beispiel könnte jetzt für einen halben Tag in der Woche eine Helferin benötigen...

Stellen Sie sich weiterhin vor, dass durch diesen Tipp eine junge Familie 90 - 100 € mehr monatlich zur Verfügung hätte...

Adalbert Jablonski
Project Coordinator

   
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