Erste Fragen nach Einsatz des Programms

"Das Programm berücksichtigt ja die Absetzbeträge von sich aus ohne mein Zutun, aber ich wüsste gerne, wo das alles steht..."

AJ denkt Joomla§ 11b SGB II Absetzbeträge - Leseempfehlung

Bitte hier beginnen:

(2) – Satz 1 - Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen.

Das gilt für alle Einkommen – auch 450 €-Jobs.

(Dieser Satz wird außer Kraft gesetzt – hierzu später mehr:)

- Satz 2 - Beträgt das monatliche Einkommen mehr als 400 Euro (nein, das ist kein Schreibfehler, so steht es tatsächlich noch im Gesetz), gilt Satz 1 nicht, wenn die oder der erwerbsfähige Leistungsberechtigte nachweist, dass die Summe der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 den Betrag von 100 Euro übersteigt (erst dann macht es Sinn, sich um den Absatz 1 zu kümmern...)

(3) Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen. Dieser beläuft sich

(weiterer Betrag – zu den 100 € hinzu erklärt auch, dass bei der Benennung bis 1.000 € diese 100 € abgezogen werden müssen: wir sprechen hier also nicht von 1.000, sondern von 1.000 - 100 = 900 €)

1. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 Euro übersteigt und nicht mehr als 1.000 Euro beträgt, auf 20 Prozent und

(also 20 % aus verbleibendem Brutto, maximal jedoch 1.000 - 100 € = 180 €)

 2. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 1.000 Euro übersteigt und nicht mehr als 1.200 Euro beträgt, auf 10 Prozent.

(also 10 % aus verbleibendem Brutto, maximal jedoch 1.200 - 1.000 € = 20 €)

Anstelle des Betrages von 1.200 Euro tritt für erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die entweder mit mindestens einem minderjährigen Kind in Bedarfsgemeinschaft leben oder die mindestens ein minderjähriges Kind haben, ein Betrag von 1.500 Euro.

(also 10 % aus verbleibendem Brutto, maximal jedoch 1.500 - 1.000 € = 50 €)

Jetzt kommen wir - wie oben versprochen - zu Absatz 2 Satz 2, der uns zu Absatz 1 führt:

Höhere Abzugsbeträge möglich

Im Bereich der Anrechnung des Einkommens auf ALG 2-Leistungen kennt § 11 b SGB II für den Vorwegabzug der Werbungskosten bei 400 €-Jobs lediglich die Pauschale von 100 €, selbst wenn die Ausgaben wesentlich höher sind. Beim Wechsel in die Beschäftigung mit mehr als 400 € gilt diese Pauschale nur dann, wenn die Summe folgender Abzugsbeträge nicht größer sind als die oben genannten 100 €:

  • Kfz-Haftpflichtversicherung in nachgewiesener Höhe
  • Beiträge für freiwillige Krankenversicherung
  • angemessene private Versicherungen pro erwachsenes BG-Mitglied in tatsächlicher Höhe, ohne Nachweis pauschal 30,-- pro Erwachsene(n)
  • Werbungskosten pauschal von 15,33 €, bei Nachweis auch mehr
  • Fahrtkosten von 20 Cent pro Entfernungskilometer für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort
  • Verpflegungsmehraufwand bei Abwesenheit von mehr als 12 Stunden
  • doppelte Haushaltsführung, Übernachtungskosten

(Bei angenommenen 40,-- € PKW-Haftpflicht, 30,-- € Pauschale für Versicherungen, 15,33 € Werbungskostenpauschale und 4 km Entfernung sind die 100,-- € bereits überschritten.)

   
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